Wie viel Koffein hat dein Kaffee? Espresso, Filter & Co im Vergleich

Geschrieben von: Svenja Müller Veröffentlicht am 06.07.2026 Lesezeit 4 min

How Much Caffeine Is in Your Coffee? Espresso, Filter & Co Compared

Hier ist ein schönes Kaffee-Paradox: Das Getränk, das am stärksten aussieht, ist selten das mit dem meisten Koffein. Ein einzelner Espresso enthält typischerweise rund 60–80 mg Koffein – eine große Tasse Filterkaffee oft mehr. Größe und Geschmacksintensität verraten dir erstaunlich wenig.


Also bringen wir Ordnung rein: wie viel Koffein in den Klassikern steckt, was die Werte verändert und wie viel pro Tag als unbedenklich gilt. Eine Anmerkung vorweg: Das hier ist allgemeine Orientierung, keine medizinische Beratung – die individuelle Empfindlichkeit ist sehr unterschiedlich.

Die kurze Antwort

Der Koffeingehalt hängt vor allem von einer Sache ab: wie viel Kaffee tatsächlich im Getränk gelandet ist – nicht davon, wie groß oder wie bitter es ist. Ein Latte mit einem Espresso-Shot hat genauso viel Koffein wie dieser eine Espresso, nur mit Milch gestreckt. Ein Flat White mit doppeltem Shot schlägt beide.


Das ist das entscheidende Denkmodell. Milch verdünnt den Geschmack, nicht das Koffein. Wasser verdünnt den Geschmack, nicht das Koffein. Wenn du wissen willst, wie wach dich ein Getränk macht, zähl die Shots – oder bei Filtermethoden die Brühzeit und die Menge Kaffeepulver.

Koffein nach Getränk: Die Vergleichstabelle

Typische Werte – jedes Café und jede Bohne ist ein bisschen anders:


GetränkTypisches KoffeinWarum
Espresso (einfach)~60–80 mgKlein, aber konzentriert
Doppio / Flat White~120–160 mgZwei Shots
Cappuccino / Latte (1 Shot)~60–80 mgGleicher Shot, mehr Milch
Americano (1–2 Shots)~60–160 mgShots plus heißes Wasser
Filterkaffee (200 ml)~80–120 mgLange Kontaktzeit extrahiert mehr
Cold Brew (200 ml)oft 100 mg+Sehr langes Ziehen, oft starkes Konzentrat
Matcha (pro Portion)~60–70 mgUngefähr Espresso-Niveau
Decaf~2–5 mgNicht null, aber fast
Babyccino0 mgNur Milchschaum – genau das ist der Punkt

Wenn du die ganze Geschichte hinter jedem dieser Getränke wissen willst – was außer Koffein noch drinsteckt –, haben wir sie hier alle aufgeschlüsselt: Alle Kaffeesorten erklärt.

Was die Werte verändert

Die Bohne. Robusta-Bohnen enthalten typischerweise etwa doppelt so viel Koffein wie Arabica. Die meisten Specialty Coffees sind Arabica; viele klassische italienische Espresso-Mischungen mischen Robusta bei – deshalb kann der kleine Espresso an der Bar stärker zuschlagen als erwartet.


Die Brühzeit. Je länger Wasser und Kaffeepulver in Kontakt bleiben, desto mehr Koffein wird extrahiert. Deshalb liegen Filterkaffee und vor allem Cold Brew – der 12 Stunden oder länger zieht – oft vor einem schnellen 25-Sekunden-Espresso, und deshalb verdient unser Cold-Brew-Rezept ein bisschen Respekt.


Die Portionsgröße. Offensichtlich, aber oft vergessen: Eine 400-ml-Tasse Filterkaffee ist schlicht zwei 200-ml-Portionen. Der Wert pro Milliliter zählt weniger als das, was am Ende wirklich in deiner Tasse landet.

Wie viel ist zu viel?

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) stuft bis zu rund 400 mg Koffein pro Tag – und bis zu etwa 200 mg auf einmal – für die meisten gesunden Erwachsenen als unbedenklich ein. In der Schwangerschaft sinkt der Richtwert auf rund 200 mg pro Tag.


Für den Alltag heißt das: Drei bis vier Kaffeegetränke, über den Tag verteilt, halten die meisten bequem in diesem Rahmen. Die individuelle Empfindlichkeit schwankt allerdings stark – manche schlafen nach einem Abend-Espresso bestens, andere spüren den 14-Uhr-Cappuccino noch um Mitternacht. Bei gesundheitlichen Themen oder in der Schwangerschaft gilt zuerst, was dein Arzt oder deine Ärztin sagt.


Und denk an unseren Hydration-Guide: Kaffee zählt zu deiner Flüssigkeitsbilanz – die Geschichte, dass Kaffee dem Körper Wasser entzieht, ist ein Mythos.

Timing: Wann du deinen letzten Kaffee trinken solltest

Koffein bleibt mehrere Stunden im Körper – die oft zitierte Halbwertszeit liegt im Bereich von etwa fünf Stunden, von Mensch zu Mensch verschieden. Eine praktische Faustregel, mit der viele gut fahren: der letzte normale Kaffee am frühen Nachmittag – danach auf Decaf, einen sanfteren Matcha oder Tee umsteigen.


Der schöne Nebeneffekt einer festen Cut-off-Zeit: Die Nachmittagstasse wird zum bewussten Ritual statt zum Autopilot-Nachschenken – und im isolierten HEY SAHNI Becher ist der Kaffee vom Morgen noch richtig heiß, wenn du endlich dazu kommst.

FAQ

Hat ein Latte weniger Koffein als ein Espresso?

Nein – ein Latte mit einem Shot enthält genauso viel Koffein wie dieser eine Espresso. Milch verdünnt den Geschmack, nicht das Koffein. Nur die Anzahl der Shots verändert die Rechnung.

Ist Cold Brew stärker als Espresso?

Pro Portion oft ja. Die sehr lange Ziehzeit extrahiert viel Koffein, und Cold Brew wird häufig in größeren Portionen getrunken. Pro Milliliter ist Espresso konzentrierter – aber niemand trinkt 200 ml Espresso.

Ist Decaf komplett koffeinfrei?

Nein – die Entkoffeinierung entfernt das meiste, aber nicht alles Koffein. Eine Tasse Decaf enthält typischerweise noch rund 2–5 mg, verglichen mit 60–80 mg in einem normalen Espresso. Für fast alle ist dieser Unterschied vernachlässigbar.

Wann sollte ich vor dem Schlafengehen den letzten Kaffee trinken?

Koffein wirkt mehrere Stunden nach – viele fahren deshalb am besten mit dem letzten normalen Kaffee am frühen Nachmittag. Die Empfindlichkeit ist individuell: Wenn du leicht schläfst, leg den Cut-off früher und steig auf Decaf oder Tee um.

Svenja Müller – Social Media Managerin bei HEY SAHNI

Die Autorin: Svenja Müller

Svenja ist Social Media Managerin bei HEY SAHNI und erzählt online die Geschichte der Marke, ihrer Community und der Kaffeekultur dahinter. Sie lebt auf Mallorca – mit einer großen Liebe für guten Kaffee, kleine Rituale und die Kultur hinter jeder Tasse.